Bösartige Hauttumore und Bestrahlung

Beratung beim Strahlentherapeuten

Hier finden Sie wesentliche Informationen über die Bestrahlung von bösartigen Hauttumoren mit Röntgenweichstrahlen.
Konsultation beim Strahlentherapeuten

  • Wie erlange ich einen Beratungstermin beim Strahlentherapeuten?
    Sie benötigen eine Überweisung zur Strahlentherapie von Ihrem behandelnden Arzt.
  • Welche Dokumente sollte ich zum Beratungstermin mitbringen?
    Bringen Sie bei Ihrem ersten Besuch folgende Dokumente (sofern vorhanden) mit:
    Arztbriefe, ggf. mit Angabe des Stadiums (Staging-Befunde), Tumorboardbeschluss
    Bericht über die feingewebliche Untersuchung des Hauttumors (Histologiebefund vom Pathologen)
    Röntgen- oder MRT-Untersuchungen auf Datenträger
  • Wer bezahlt die Behandlung beim Strahlentherapeuten?
    Die Kosten für die Hauttumorbestrahlung werden von den gesetzlichen und privaten Kassen übernommen.

Informationen zum Therapieablauf

Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch bei uns über den Ablauf der Hauttumorbestrahlung und was dabei zu beachten ist. Lesen Sie schon jetzt unseren Aufklärungsbogen über Hauttumorbestrahlung  und Patientenfragebogen.

Wann wird die Hauttumorbestrahlung eingesetzt?

Die Strahlentherapie ist je nach Stadium eine wertvolle therapeutische Option bei der Behandlung von bösartigen Hauttumoren. Sie kann insbesondere in Situationen, in denen der Hauttumor vom Dermatologen oder Chirurgen nicht vollständig entfernt werden konnte (R1 oder R2 Resektion) eingesetzt werden. Eine weitere Indikation ist die lokale Inoperabilität, d.h. der Tumor befindet sich in Kombination mit seiner Größe an einer derart ungünstigen Stelle (z.B. am Augenlid, Nasenwinkel) am Körper, dass dieser operativ nicht entfernt werden kann. Weiter kann bei einem lokalen Wiederauftreten des Tumors (Tumorrezidiv) nach einer Operation die Prognose durch eine strahlentherapeutische Behandlung erheblich verbessert werden.

Auch bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein und insbesondere die pflegerische Situation durch lokale Tumorkontrolle erheblich verbessern.

Welche Hauttumore können bestrahlt werden?

Folgende Hauttumore sind gut oder sehr gut strahlenempfindlich:

  • Basalzellkarzinom (Basaliom)
  • Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)
  • Morbus Bowen
  • Kutane Lymphome (CL) – Mycosis fungoides
  • Malignes Melanom – Lentigo maligna
  • Merkelzellkarzinom (MCC)

Relativ gut strahlensensibel ist die Lentigo maligna (eine Sonderform des schwarzen Hautkrebses, Melanom). Insbesondere bei älteren Patienten kann die Strahlentherapie in diesen Fällen eine sinnvolle Therapieoption sein.

Was sind die Wirkungen von Strahlen im Gewebe?

Tumorzellen reagieren empfindlicher auf eine Bestrahlung als normale gesunde Zellen. Zudem können sich die gesunden Zellen schneller von einer Bestrahlung erholen. Dieses biologische Prinzip nutzt der Strahlentherapeut aus, indem durch wiederholte Bestrahlung (Fraktionierung) die Tumorzellen stufenweise immer mehr gezielt geschädigt werden, sich nicht mehr erholen können und schließlich absterben.

Hochvolttherapie mit Elektronen

Grundsätzlich können Hauttumore mit hochenergetischen Strahlen, erzeugt durch einen Linearbeschleuniger, bestrahlt werden. Diese dringen tief in den Körper ein oder „durchschlagen“ ihn sogar.

Weichstrahltherapie mit Photonen

Eine schonende Bestrahlung kann mit einem Weichstrahlgerät durchgeführt werden. Die Gesamtdosis ist geringer als bei der Hochvolttherapie. Die Strahlung aus Weichstrahlgeräten schont tiefer im Körper gelegenes Gewebe, da sie nicht so tief in den Körper eindringen. Das Zentrum für Radio- Strahlentherapie verfügt über ein solches Spezialgerät.

Wie ist der Ablauf der Bestrahlung?

n der Tumorkonferenz (Tumorboard) werden von Experten des Hauttumorzentrums die präzisen Details für die Weichstrahltherapie festgelegtDie eigentliche Bestrahlungsdauer ist kurz und dauert nur Sekunden bis maximal 4 – 5 Minuten. Nach der Bestrahlung bleiben keine strahlenden Teilchen im Körper zurück und Sie können sofort ohne Einschränkung die Praxis verlassen. Da das Bestrahlungsfeld und die Tumorgröße bei Hauttumoren in der Regel klein sind, ist Ihre Leistungsfähigkeit durch die Strahlentherapie nicht eingeschränkt, insbesondere nicht bei der Weichteilbestrahlung.

Die Bestrahlung wird mehrmals pro Woche für ca. 2 – 4 Wochen durchgeführt. Der Strahlentherapeut wird für Sie einen individuellen Bestrahlungsplan erstellen und Ihnen diesen beim Aufklärungsgespräch mitteilen.

Hauttumorzentrum – geballtes Expertenwissen

Sollten bei Ihnen eine besondere Frage geklärt werden müssen, werden wir Ihren Fall bei der interdisziplinären Tumorkonferenz (Tumorboard)  vorstellen. Hochqualifizierte Experten werden die Fakten bewerten, die Stadieneinteilung überprüfen und konkrete Empfehlungen aussprechen. So profitieren Sie vom umfassenden Wissen dieser hochkarätigen Experten.


Basalzellkarzinom (Basaliom)

Basalzellkarzinom (Basaliom)

Strahlentherapie beim Basaliom HÄUFIGKEIT (INZIDENZ) Das Basalzellkarzinom tritt v.a. bei 60 – 70-Jährigen Patienten auf und besonders an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, wie z.B. die Kopf-Hals-Region. Die Anzahl der Neuerkrankungen wird in Deutschland auf ca. 170.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Das Basaliom ist der häufigste bösartige Hauttumor in Deutschland.
Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinom der Haut (Spinaliom) Strahlentherapie beim Plattenepithelkarzinom Häufigkeit (Inzidenz) Das Plattenepithelkarzinom der Haut (Spinaliom, Stachelzellkarzinom, Spindelzellkarzinom) tritt v.a. im Kopfbereich (Gesicht, Ohren, Unterlippe) bei Patienten auf, die in der Regel ca. 60 – 80 Jahre alt sind. Die Anzahl der Neuerkrankungen wird in Deutschland auf ca. 60.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Das Spinaliom ist der zweithäufigste bösartige Hauttumor in Deutschland.
Morbus Bowen – Erythroplasie Queyrat

Morbus Bowen – Erythroplasie Queyrat

Strahlentherapie beim Morbus Bowen und der Erythroplasie Queyrat Der Morbus Bowen ist eine besondere Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms in einem frühen Stadium der Haut und stellt ein intraepidermales Carcinoma in situ der Haut dar. Die Erythroplasie Queyrat ist die Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms der Schleimhäute, also ebenfalls ein Carcinoma in situ.
Kutane Lymphome (CL) – Mycosis fungoides

Kutane Lymphome (CL) – Mycosis fungoides

Strahlentherapie bei kutanen Lymphomen und der Mycosis fungoides HÄUFIGKEIT (INZIDENZ) Unter dem Begriff kutane Lymphome (cutaneous lymphomas, CL) werden lymphoproliferative Erkrankungen der Haut zusammengefasst. Insgesamt handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe, deren Klassifikation ständig neu überarbeitet wird. Kutane Lymphome treten v.a. im mittleren bis höheren Alter auf.
Malignes Melanom – Lentigo maligna Melanom

Malignes Melanom – Lentigo maligna Melanom

Strahlentherapie beim malignen und beim Lentigo maligna Melanom HÄUFIGKEIT (INZIDENZ) Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) kann überall am Körper auftreten und tritt am häufigsten bei Patienten auf, die in der Regel ca. 55 – 65 Jahre alt sind. Die Anzahl der Neuerkrankungen wird in Deutschland auf ca. 20.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Der schwarze Hautkrebs ist für die meisten Todesfälle von erkrankten Patienten in Deutschland verantwortlich.
Merkelzellkarzinom

Merkelzellkarzinom

Strahlentherapie beim Merkelzellkarzinom Häufigkeit (Inzidenz) Das Merkelzellkarzinom der Haut tritt v.a. an lichtexponierten Stellen der Haut (Kopf, Unterarme, Hände) bei Patienten, die in der Regel ca. 60 – 80 Jahre alt sind, auf. Die Anzahl der Neuerkrankungen wird in Deutschland auf ca. 1.000 – 2.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Es handelt sich dabei um einen seltenen Tumor.