Diagnose Krebs ist nicht zwingend ein fatales Urteil

Krebs ist nicht fatal
Krebs ist nicht zwingend ein fatales Urteil

Die Therapie von Krebserkrankungen hat in den letzten zwanzig Jahren eine dramatische Wende zum Besseren gemacht. Man schätzt heute, dass eine Heilung bei ca. 50 % aller Krebserkrankungen möglich ist. Sogenannte nationale und internationale Guidelines oder Leitlinien dienen als Leitfaden zur Behandlung von Tumorerkrankungen.

Diese Guidelines werden regelmäßig aktualisiert. Interdisziplinär zusammenarbeitende, erfahrene Teams, die die individuelle Situation eines jeden Patienten in regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen besprechen, sind der Schlüssel für diese Erfolge.

 

Der modernen Krebstherapie steht eine ganze Palette höchst wirksamer Therapien zur Verfügung:

  • Chirurgie, inkl. mikro-invasive Methoden
  • Chemotherapie, inkl. Hormontherapie, Angiogenesehemmer, Antikörper, Immuntherapie
  • Strahlentherapie, inkl. Brachytherapie
  • Hyperthermie

Die hoch technisierte Strahlentherapie hat in den letzten Jahren bei der Behandlung von Tumorerkrankungen enorme Fortschritte gemacht und ist eine wichtige Säule in der multimodalen Behandlung von Tumorerkrankungen.
Wenn in fortgeschrittenen Fällen eine Heilung nicht möglich ist, können gezielte Therapien zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen. In diesen Fällen wird nicht nach dem „Schulbuch“ verfahren. Individuelle Therapien, um dem Patienten den Alltag zu erleichtern und sein Leben angenehmer und unabhängiger zu gestalten, sind das Ziel. Die Bestrahlung von Ablegern (Metastasen) kann Schmerzen erheblich lindern. Langwierige Einnahmen von Schmerztabletten oder Injektionen von Schmerzmitteln werden so reduziert.
Wir bieten Ihnen am Standort Karl-Marx-Allee eine fundierte allgemeine Beratung und Zweitmeinung an und werden Ihnen gerne die für Sie richtige Strahlentherapie empfehlen.
Unser Ziel ist es, Ihnen eine ganzheitliche Therapie anzubieten, bei der Sie nicht nur eine „Diagnose“ sondern ein Individuum sind. Erlauben Sie uns, Sie in Ihrer schwierigen Zeit zu begleiten. Wir unterstützen Sie in Ihren Bemühungen, die Gesundheit wieder zu erlangen oder, wo dies nicht mehr möglich ist, Ihre Lebensqualität zu verbessern. Unser Team ist für Sie da, um Sie liebevoll zu begleiten.

Erfolge in der Strahlentherapie

Die Diagnose einer bösartigen Erkrankung muss heute kein Todesurteil mehr sein. Auf Grund großer Fortschritte in der Medizin gibt es gute Möglichkeiten einer Heilung, vorausgesetzt die Erkrankung wird in einem früheren Stadium entdeckt. Ca. 50 % der neu diagnostizierten Krebserkrankungen können heute geheilt werden.

Ca. 50 – 60 % aller Krebspatienten benötigen im Laufe ihrer Krebserkrankung eine Bestrahlung. Die Bestrahlung kann z.B. alleinig zur Heilung oder nach einer Operation zur Vernichtung von zurückgebliebenen vereinzelten Tumorzellen oder auch zur Verbesserung der Lebensqualität im Sinne von Schmerzlinderung, Verhinderung einer Blutung oder Verhinderung von Lähmungen eingesetzt werden. Ungefähr die Hälfte aller Patienten, die bestrahlt werden, können geheilt werden.

Einige Beispiele für den Einsatz der Strahlentherapie in der heutigen Medizin:

  • Prostata: alleinige Bestrahlung im Sinne einer Heilung oder nach einer Operation bei verbliebenen Tumorresten.
  • Fortgeschrittene Hals-Nasen-Tumore: Bestrahlung in Kombination mit einer niedrigdosierten Chemotherapie
  • Frühstadien von Kehlkopfkrebs: organ- und funktionserhaltende Bestrahlung in Kombination mit einer niedrigdosierten Chemotherapie
  • Brustkrebs, Enddarmkrebs: nach einer Operation zur Verbesserung der Heilung
  • Krebs des Analkanals: alleinige Bestrahlung mit Chemotherapie
  • Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin, Morbus Non-Hodgkin): Bestrahlung nach einer intensiven Chemotherapie
  • Knochenmetastasen
  • Lymphknotenmetastasen: Bestrahlung evtl. kombiniert mit Chemotherapie zur Schmerzlinderung oder Tumorverkleinerung
  • Akute tumorbedingte gynäkologische Blutungen

Bösartige Tumore / Lokalisation

Bösartige Tumore und Therapiemöglichkeiten

In der Medizin bedeutet das Wort Tumor dasselbe wie Schwellung. So können Entzündungen, Ödeme, Zysten oder Geschwülste vom Mediziner als Tumor bezeichnet werden.
In der Regel wird der Begriff aber zur Benennung einer gutartigen oder bösartigen Neubildung von Körpergewebe (Neoplasie) verwendet. In der Umgangssprache werden bösartige Neoplasien als Krebs bezeichnet. Auf Grund der Lokalisation sowie der Funktion des Tumors können Fehlfunktionen von Organen ausgelöst werden aber auch generelle Beeinträchtigungen des Gesamtorganismus. Die bösartigen Tumore gehören in den Industrienationen zur zweithäufigsten Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Nachfolgend finden Sie Erklärungen zu den wichtigsten Therapiemöglichkeiten der Strahlentherapie nach Körperregion geordnet.

Kopf-Hals

Die Besonderheit der Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich liegt in der Anatomie der bestrahlten Region. Unterschiedliche Tumorlokalisationen im Kopf-Hals-Bereich haben eine unterschiedliche Prognose. Die Bestrahlung im Kopf-Hals Bereich kann ohne vorherige Operation (primär) erfolgen, wenn der Tumor nicht operabel ist oder eine Operation zu einer starken Funktionseinschränkung oder gar zu einem Organverlust führen würde.

Hirnmetastasen

Bei circa 30 % der Patienten mit soliden Tumoren können sich im Laufe der Erkrankung Ableger im Gehirn (Hirnmetastasen, zerebrale Metastasen) entwickeln. Hirnmetastasen treten auf bei den Primärtumoren der Brust, der Lungen, der Haut, der Niere, der Harnwege und des Magen-Darm-Traktes. Metastasen können einzeln (singulär) oder auch mehrfach (multipel) vorkommen.

Weibliche Brust

Das heutige Therapiekonzept sieht eine Bestrahlung der Brust nach einer operativen Behandlung vor. Die Operation kann brusterhaltend (Lumpektomie) aber auch eine komplette Entfernung der Brustdrüse (Mastektomie) sein. Bei Befall der Lymphknoten in der Achselhöhle (Axilla) erfolgt auch eine Bestrahlung der Lymphabflusswege. Leitlinien zur Therapie des Brustkrebses, die Behandlungsrichtlinien nach Stadium bzw. Klassifikation vorsehen, sind weltweiter Standard in der Behandlung des Mammakarzinoms, dem häufigsten Krebs bei Frauen.

Bronchien - Bestrahlung

Die Neubildung entarteter Zellen der Bronchien gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen.Die Behandlung der Bronchien ist durch die Nähe des Bestrahlungsvolumens zu beiden Lungenflügeln besonders kompliziert. Das Zielvolumen des Bronchialtumors im Brustkorb ist oft groß und die Schonung von Lunge und Rückenmark ist wichtig, um die Lebensqualität nach der Bestrahlung nicht zu beeinträchtigen.

Kopfbestrahlung beim Bronchialkarzinom

Die am häufigsten vorkommende Form von Lungenkrebs ist das sogenannte nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom. Bei nichtkleinzelligen Bronchialkarzinomen wird eine vorsorgliche Bestrahlung des Kopfes empfohlen (PCR: Prophylaktische kranielle Radiotherapie). Die Kopfbestrahlung erfolgt nach der primären Behandlung des Lungenkarzinoms. Wenn der Erfolg der Behandlung zu einer mehr als 50-prozentigen Verkleinerung des Tumors geführt hat, wird die PCR durchgeführt um die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Metastasen im Gehirn zu verringern. Hierdurch wird auch eine Überlebensverbesserung erzielt.

Prostata

Die Prostata liegt anatomisch in der Nähe der Blase und des Enddarms. Die Bestrahlung  sollte so erfolgen, dass die Bestrahlungsgrenzwerte dieser Organe nicht überschritten werden.

Enddarm (Rektum)

Enddarmbestrahlungen vor einer geplanten Operation können die Heilungschancen verbessern. In vielen Fällen kann durch eine Vorbehandlung eine operative Resektion des Schließmuskels (Sphinkter) verhindert werden.

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